Eine kleine, geheime Hochzeit zu Dritt auf Schloss Körtlinghausen

Im Frühjahr 2020.

 

In der Küche klappert Geschirr, ich springe im Flur über Legosteine. Durch das große Wohnzimmerfenster gelangt das Licht des Morgens in die Wohnung, begrüßt Braut, Bräutigam, Tochter und mich. Beim Frühstück koste ich das köstliche, selbst gebackene Brot, genieße den ersten Kaffee des Tages. Danach suchen wir aus der großen Vinyl-Sammlung die passende Musik für dieses Tag aus: Pink Floyd, Susanne Sundfør, Jack Johnson, und einer meiner Lieblingsplatten, Strangeland von Keane; die Lieder begleiten mich durch den Vormittag in diesem von Liebe und süßen Geheimnissen erfüllten Haus. Denn heute, heute wird geheiratet. Nur zu Dritt-Viert, das Paar, die Tochter, und ich eben. Nach zwei Wochen präventiver Quarantäne ist das Fotografieren und Beisammensein wie ein tiefes Luftholen nach Wochen unter Wasser. Keiner weiß, dass ich hier bin, denn keiner weiß, dass die beiden heute heiraten und auch auf dem Papier zu der Einheit werden, die sie als Familie schon längst sind. Genau genommen war ich ja gestern Abend schon da, kam an, als das Licht zu Honig wurde und blieb, bis die Straßenlaternen sich gute Nacht sagten. Es gab so viel zu Erzählen.

 

Ja, lasst uns an diesem Abend mit der Geschichte beginnen.

 

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